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Warum Silberlegierungen?

Bei der Schmuckverarbeitung wird häufig kein reines Silber verwendet. Dieses liegt in der Tatsache begründet, dass reines Silber keine optimalen Eigenschaften für die Verwendung bei der Schmuckherstellung aufweist. Deshalb wird Silber oft ein oder auch mehrere andere Metalle beigemischt, die die Eigenschaften der dann entstehenden Metallmischung, sog. Legierung, positiv beinflussen kann. So werden Kupfer (Cu), Palladium (Pd), Zink (Zn) oder oder auch Nickel (Ni), Wolfram (W), Molibdän (Mo) und Cadmium (Cd) dem Silber beigemischt und man erhält somit eine Silberlegierung. Für die Schmuckherstellung haben insbesondere die Silber-Kupfer-Legierungen Bedeutung erlangt. So führt die Beimischung von geringen Mengen Kupfer zu einer Erhöhung der Materialfestigkeit, ohne die optischen Eigenschaften von Silber wesentlich zu beinflussen.

Legierung: Grundmetall, Zusätze, Verunreinigungen

Dem Hauptbestandteil einer Legierung, dem sog. Grundmetall werden andere Metalle als Zusätze beigefügt. Alle andere unerwünschten Metalle in der Legierung werden als Verunreinigungen bezeichnet. Der am häufigsten verwendete Zusatz zu Silber als Grundmetall ist Kupfer. In geringen Mengen Silber hinzugefügt lässt es die helle, glänzende Farbe von Silber fast unverändert.

Die Legierungen werden nach dem unterschiedlichen Mischungsverhältnis der Metalle klassifiziert. So bezeichnet der Feingehalt den Silberanteil in Tausendsteln des jeweiligen Mischungsverhältnis.

Verbreitete Silberlegierungen

Feingehalt 
Silbergehalt (Rest Kupfer)  
Alternativer Name  
Qualität/Verwendung 
800/1000 
80,0%  
 
Silberlegierung mit gelbliche Färbung (durch hohen Kupferanteil), schlechte Anlaufbeständigkeit 
835/1000 
83,5%  
 
Silberlegierung für Fabrikschmuckqualität und minderwertige Qualität 
900/1000 
90,0%  
 
Silberlegierung mit guter Qualität für Besteck 
925/1000 
92,5%  
Sterlingsilber  
Silberlegierung zur Schmuckherstellung 
935/1000 
93,5%  
 
Silberlegierung mit schöner Farbe, gute Anlaufbeständigkeit, Qualität vergleichbar mit Sterlingsilber, Schmuckherstellung 
 
 
 
 
 
 
 
 

Wird Silber vergoldet, so nennt man es "Vermeil".

Silber und doch kein Silber, Was ist das für eine "Silberlegierung"?

Wird eine Legierung aus 45–70 % Kupfer, 5–30 % Nickel, 8–45 % Zink hergestellt, so spricht man von sog. "Neusilber". Obwohl auch Neusilber silberweiß aussieht, enthält es offensichtlich keinen Silberanteil. Zumischungen von weiteren Spurenelementen wie Eisen, Blei oder Zinn nicht nicht selten. Es ist besonders hart (aufgrund des hohen Nickelgehalts) und weist deshalb auch eine hohe Korrosionsfestigkeit auf.

Ein häufig verwendete Gehaltsverteilung von Neusilber ist CuNi18Zn20. (62% Kupfer, 18% Nickel, 20% Zink)

Allderdings kann sich auch Neusilber verfärben. Schuld ist hier der hohe Kupferanteil. Verwendung findet Neusilber aber weniger in der Schmuckverarbeitung, sondern für Tafelgerät und Besteck.

 

Anlaufbeständige Silberlegierung

Es existieren auch anlaufbeständige Silberlegierungen: Diese sind aber wesentlich teurer als z.B. Sterlingsilber, da z.B. neben einem Grundgehalt von 70% Silber 30% Palladium verwendet wird. Aufgrund des aktuellen Preises von Palladium, der ähnlich wie Platin ist, ist diese anläufbeständige Silberlegierung allerdings keine preiswerte Alternative. So wird man den meisten Schmuckbesitzern lieber die Pflege ihres Silberschmucks empfehlen.

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